Heizung modernisieren
Veraltete Heizungsanlagen (Erdöl, Erdgas) sind wahre Kostenfresser. Wenn Sie nicht auf alternative Heizenergie aus Erdwärme, Biomasse, Holzpellets oder Sonnenenergie umrüsten wollen: Auch eine Investition in die bestehende Zentralheizungsanlage kann eine Menge Geld sparen und zugleich die Umweltbelastung reduzieren.

In der aktuellsten Version der Energieeinsparverordnung EnEV vom Herbst 2009 werden zudem „knallharte“ Richtlinien festgelegt, welche Umbaumaßnahmen Sie sogar bei Ihrer Heizungsanlage vornehmen müssen!

Es ist also nicht nur eine lohnenswerte Überlegung, veraltete Heizungssysteme ganz oder teilweise zu modernisieren, um den Energieverbrauch bereits beim Verfeuern zu senken. Verschiedene Investitionen werden Ihnen von Gesetzes wegen ohnehin vorgeschrieben.
Das muss Ihre Zentralheizung ab Herbst 2009 laut EnEV erfüllen:
1. Jede Zentralheizungsanlage ist mit einer selbsttätig wirkenden Brennersteuerung auszustatten
2. Jeder Heizkörper muss ein eigenes, selbsttätiges Thermostat besitzen
3. Heizkessel, die älter als 1.10.1978 sind, müssen ausgetauscht werden
4. Warmwasser- und Heizrohre sind bei mehr als zwei Wohneinheiten und allen Mietobjekten fachkundig zu dämmen
5. Nachtspeicherheizungen werden stufenweise komplett abgeschafft, neue gar nicht mehr erlaubt

Das können Sie mit einer Modernisierung erreichen
1. Moderne Heizkessel

Ein alter Heizkessel benötigt bereits eine Unmenge Brennstoff für das Erhitzen des Wassers im Heizungskreislauf, damit die Heizkörper genügend Wärme abgeben können.

Die Energieausnutzung alter Kessel liegt auf ein Jahr gerechnet bei 45 – 65%. Etwa 20% gehen allein aufgrund schlechter Kesselisolierung ungenutzt verloren, weitere 12% durch Abgasverluste. Oder anders ausgedrückt: Tag für Tag verschwinden 2,5 Liter Heizöl durch den Schornstein.

Neue Kessel dagegen sind mit modernsten Isolierungen ausgestattet, die nur noch ca. 1% Nutzungsverlust durch die Kesseloberfläche und 3% Abgasverlust verursachen. Auf ein Jahr ermittelt (Sommer: Warmwasser, Winter: Heizung & Warmwasser) beträgt die Ausnutzung also 96%!

2. Niedertemperaturkessel
Wenn Sie schon einen neuen Heizkessel installieren, sollten Sie sich gleich auch für eine besonders effiziente Version entscheiden.

Niedertemperaturkessel können schon bei deutlich geringerer Temperatur (50˚C) als alte Systeme (80-90˚C) das Wasser im Heizsystem wärmewirksam erhitzen. Das spart Brennstoff. Darüber hinaus sind diese Systeme optimal wärmeisoliert.
Kombinieren Sie Niedertemperaturkessel gleichzeitig mit einem Außentemperaturregler, fährt die Zentralheizung an warmen Tagen automatisch herunter und an kalten Tagen entsprechend wieder hoch.

3. Niedertemperatur-Brennwertkessel
Noch effizienter sind Niedertemperatur-Brennwertkessel. Sie bringen alle Vorteile eines Niedertemperaturkessels mit (nur 50˚C Vorlauftemperatur, optimale Wärmeisolierung etc.), verfügen aber darüber hinaus über einen Abgas-Wärmetauscher. Beim Abkühlen der Abgase entsteht Wasserdampf. Die dabei frei werdende Wärme wird mit Hilfe des Wärmetauschers für den Heizvorgang genutzt.
Der Effekt: Der Wirkungsgrad liegt bei Gas bei 102% und bei Öl sogar bei 107%!

4. Unser Tipp:
Lassen Sie die Kesselleistung Ihrer Heizung durch einen Fachmann überprüfen. Entspricht sie dem Bedarf, den Ihr Haus aufgrund seiner Wohnfläche, Zimmeranzahl, Stockwerke und Anzahl der Heizkörper benötigt?

Zu groß dimensionierte Kessel vergeuden Brennstoff, der gar nicht benötigt wird. Ist der Kessel zu klein berechnet, muss er unglaublich „arbeiten“ und Brennstoff nutzen, um tatsächlich auch den am weitesten entfernten Heizkörper mit heißem Wasser zu versorgen.

Hierbei spielen übrigens auch die Leistungsstärke der Pumpe sowie die Durchmesser der Heizungsrohre eine wichtige Rolle. Alles muss zusammenpassen, um eine maximale Effizienz zu erzielen.

Heizkörper und Fußboden-heizung

5. Neue Heizkörper
Selbst wenn Sie die Ausgaben für einen neuen Kessel scheuen: Moderne Heizkörper können auch bei einer älteren Heizungsanlage helfen, Brennstoff und Geld zu sparen.

So sind ganz normale Glieder- und Kompaktheizkörper neuester Bauart 15% sparsamer als alte Modelle. Flächenheizungen kommen sogar auf einen 30% geringeren Verbrauchswert. Je nach Anzahl der Heizkörper und Räume in einem Einfamilienhaus lässt sich bereits dadurch eine ganze Menge Brennstoff und Geld sparen.

Wie Sie beim Einbau neuer Heizkörper und Fußbodenheizungen als Heimwerker vorgehen müssen, können Sie im entsprechenden Praktiker Ratgeber Schritt für Schritt nachlesen.

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